Skip to content

LP „Verunsicherung“

(C) EAV

(C) EAVDie Erste Allgemeine Verunsicherung im Studio bei den Aufnahmen zur ersten LP (v. li. n. re.): Wilfried Scheutz, Wolf R. Reitz (Studiotechnik), Thomas Spitzer, Eik Breit.

(C) EAV

Das Leben ist ein (Leben ist ein) Hundeleben
Das Leben ist ein (Leben ist ein) Hundeleben
Life is a Life is dog-boogie
Life is a Life is dog-boogie

Life is a dog-boogie
Life is a dog-boogie
Life is a dog
Life is a dog
Life is a dog boogie

Das Leben ist ein (Leben ist ein) Hundeleben
Das Leben ist ein Hundeleben
Life is a Life is dog-boogie
Life is a Life is dog-boogie

Life is a dog-boogie
Life is a dog-boogie
Life is a dog
Life is a dog
Life is a dog boogie

(C) EAV

Hereinspaziert in die Lametta-Scheinwelt!
Schöner kann wohl keine and’re sein!
Sie brauchen nur das nötige Kleingeld,
wir pressen sie in das Klischee hinein!

Probleme gibt’s bei uns natürlich keine,
ängste werden einfach ignoriert!
Geben Sie uns erstmals ein paar Scheine,
dann ist Ihr Weh-wehchen schnell kuriert!

Freut euch der Freiheit, der Konsumation!
– Was ihr konsumieren müßt, das sagen wir euch schon!
– Das schon. –

Die neue Mode ist morgen passe.
– Das ist riesig g’spaßig, meint die Haute Volaute!
– Voila! –

Hereinspaziert in die Lametta-Scheinwelt!
Schöner kann wohl keine and’re sein!
Sie brauchen nur das nötige Kleingeld,
um ganz vorne mit dabei zu sein!

Probleme gibt’s bei uns natürlich keine,
Ängste werden einfach ignoriert!
Geben Sie uns erstmals ein paar Scheine,
ja dann ist Ihr Wehwehchen schnell kuriert!

Hast du Probleme mit dem Geschlechtsverkehr?
– Es stellt dir ein BMW die Power wieder her!
– Mein Herr! –

Ist sie nicht herrlich, diese Glitterwelt?
– Alles kannst du kaufen, kaufen nur für Geld!
– Das zählt! –

Laßt euch umwerben, kommt, spielt doch mit!
– Kaufen, kaufen, kaufen… kaufen!
– Und wer hat den Profit? – Hö ho! – Du nit!!

(C) EAV

Sie wollte sich gerade die Haare eindrehn,
da blieb vor dem Haus eine Kutsche stehn.
Aus der Kutsche stieg ein schöner Prinz,
es war der junge Graf von Zinseszins!

Er sprach: „Gott zum Gruße, holde Maid,
hätten sie ein wenig für mich Zeit?“
Sie fuhren mit der Kutsche in die Stadt hinein,
er lud sie auf ein Cola ein.

Uschi war total beglückt,
als der Prinz ihr näherrückt.
Doch er sprach: „Der Teufel weiß,
ich rieche, rieche Achselschweiß!

Und du schwitzt auch in der Hand!
Nimmst du denn kein Deodorant?&wuot;
Nein, ein solches nimmt sie nicht,
sie schlägt die Hände vors Gesicht.

Um die Stimmung anzuheben,
wollt er ihr ein Küßchen geben.
Doch aus ihr bricht wie Wolkenbruch
der mörderische Mundgeruch!

„Also“, rief der Prinz empört,
„das find‘ ich wirklich unerhört!
Mundgeruch und Schuppenreigen
von dem Make-up ganz zu schweigen!

Deine Haut, seh ich erst jetzt,
ist ja mit Pickeln dicht besetzt.
Da! Auch das noch, ein Furunkel!
Du hist ja eine Pustelgunkel!!!“

Prinz von Zins war arg entsetzt,
er hat sich schleunigst abgesetzt.
Da half kein Weinen und kein Flehn,
Uschi hat ihn nie mehr gesehen!

(C) EAV
Schau, die vielen Angebote!
Lippenstifte, dunkelrote,
lila, blaue, violette,
ja, die ganze Farbpalette!

Puder, Öle und Parfum
und die Gurke für den Teint,
bringen dir das Glück allein,
sagt Helene Rubinstein!

Pustel-Gunkel, Pustel-Gunkel,
schmier dir Puder aufs Furunkel!
Sonst kriegst du nie einen Mann,
der dich ordentlich… kann!!

Auch die alte Mary Quant
weiß zum Thema allerhand:
Der Frau von heute höchstes Ziel
sei, daß sie dem Mann gefiel!

Schönheit sei ihr größter Trumpf
und ein geiler Nylonstrumpf.
Kauf dir lange Plastikwimpern,
kannst dir so dein Glück erklimpern!

Pustel-Gunkel, Pustel-Gunkel!
schmier dir Puder aufs Furunkel!
Sonst kriegst du nie einen Mann,
der dich ordentlich… kann!!

Schau, die vielen Angebote!
Lippenstifte, dunkelrote,
lila, blaue, violette,
ja, die ganze Farbpalette!

Das Liebesglück liegt auf der Hand
durch das Intimdeodorant.
Es verdient soviel wie nie
die Kosmetikindustrie!

Pustel-Gunkel, Pustel-Gunkel!
schmier dir Puder aufs Furunkel!
Sonst kriegst du nie einen Mann,
der dich ordentlich…kann!!

(C) EAV

Ich bin ein Mann!
Ein ganzer Mann!
Voller Saft und voller Kraft,
bei dem die Wurzel nie erschlafft!

Ich heiße Billy, Billy Beinhart!
Ich vertrete das stärkere Geschlecht,
Wenn ich komme, hab ich automatisch Vorfahrt,
denn im Karpfenteich bin ich der Hecht!

Ich trinke nur Bourbon und rauche nur Marlboro,
auf das Abenteuer steh ich ungemein;
und die Damen, die nennen mich „El Toro“,
dabei kann ich so unendlich zärtlich sein!

Ich bin ein Mann!

Es ist kar; der Mann macht die Geschichte!
Seine Hand liegt am Pulsschlag dieser Zeit!
Mit dem Ausdruck der Dynamik im Gesichte,
für den Fortschritt und jederzeit bereit!

Ich bin ein Mann! Ein ganzer Mann!
Voller Saft und voller Kraft,
bei dem die Wurzel nie erschlafft!

Oh, Billy Billy Beinhart,
oh, Billy Billy Boy,
oh, Billy Billy Beinhart,
give it to me…

(C) EAV
Es hat bei mir in letzter Zeit
nicht richtig hingehaut – beim Koitus.
Drum suchte ich von weit nach breit
nach einer neuen Braut – für den Koitus.

Es scheint, als wär das große Tief
endgültig überwunden.
Ich habe eine neue Braut,
die super ist, gefunden!

Sie ist schwarz und rassig scharf
und ihr Styling ist perfekt.
Diesmal weiß ich es genau,
was in ihr drinnen steckt.

Sie ist willig, zwar nicht ganz billig,
jetzt bin ich der Herr im Haus!
Jederzeit, wenn ich grad Lust hab‘,
fahr‘ ich sie die Volle aus!

Sie ist Baujahr achtundsiebzig,
sie hat hundertzehn PS,
und ihr Name ist Alfetta
GTX de Luxe GS.

Den Koitus brauch‘ ich nicht mehr,
mir kommt’s nur mehr im Stadtverkehr.
Mein Herz erbebt und ich erglüh‘,
wenn ich in Richtung Auto zieh‘.

Mein kleiner Kolben erigiert,
wenn meine Hand den Lack berührt.
Beim Schalensitz beginnt bereits
des Vorspiels großer Sinnesreiz.

Wenn ich den Handschuh überstreif‘,
wird er mir rallye-mäßig steif.
Der Schlüssel steckt im Starterschlitz,
das treibt mir auf die Stirn den Schwitz!

Wenn dann der Motor mächtig röhrt,
werd‘ ich vor Lust beinah verzehrt,
schieb‘ ich den Gang dann langsam rein,
durchfährt mich süße Höllenpein.

Jetzt lasse ich die Kupplung sausen,
im Rückgrat fängt es an zu brausen!
Jetzt jag‘ ich durch’s Garagentor,
jetzt kommt es mir wie nie zuvor.

(C) EAV

Umberto e Sophia
mangare – pizzeria
vino rosso – expensivo
personale – primitivo.

arrivederci, ristorante!
arrivederci, ristorante!

andiamo – appartimenti
avanti, avanti – no dementi!
situation – explosivo
Sophia – defensivo.

amore, oh amore!!!
amore, oh amore!!!

Umberto – sportivo
grandioso perspektivo
conditione – bella, bella,
molto grando – mortadella!

amore, amore,
oh amore!!!

attenzione, attenzione!
molto grande perversione!
zippomato – kaputto!
absoluto – kaputto!

frustratione, frustratione!!!
frustratione, frustratione!!!

(C) EAV

Rüschel, raschel, Firlefanz,
das ist der Verdrängungstanz,
der Model Dodel Klimbim Samba,
das ist der Model Dodel Klimbim Samba.

Die Mode! – Mode! – Mode!

Sie ist der Fetisch unsrer Zeit!
Einmal eng und einmal weit,
einmal kurz und einmal lang,
„Midi“ hei?t der Zwischenklang.

Heute rot und morgen grün,
übermorgen aubergine.
Es folgt rostbraun, ja und dann
fängts mit rot von vorne an.

Rüschel, raschel, Firlefanz,
das ist der Verdrängungstanz,
der Model Dodel Klimbim Samba,
das ist der Model Dodel Klimbim Samba!

(C) EAV

Shala lala lilo, da kommt der Disco Dillo,
der Disco Dillo, with his green Brillo.
Er spielt das Spiel vom großen Schein,
er möchte einfach super sein,
Disco Dillo, with his green Brillo.

Unlängst war ich wieder schwer im Eck,
zog abends gar in eine Diskothek.
Ich habe eine Eintrittskarte konsumiert,
das hat mein Budget fatal reduziert.
Bestellte mir beim Barmann ein Krügel Bier,
da näselte derselbe: „Sowas gibt’s nicht hier!“
(„Der Knilch hat keine Gerstenmilch!“)

Plötzlich schiebt sich einer, so ein Kleiner, an die Bar,
die Nase hochgezogen, mit sehr viel Taft im Haar.
Mit seinen schlanken Fingern macht er „schnipp!“ –
Der Mixer shaked ihm einen Copacabana-Flip.
Sein BMW-Autoschlüssel macht die Mädels locker,
als er seine Börse zeigt, fällt eine gleich vom Hocker.
(„Die Puppe sieht das Geld und fällt!“)

„Cool geblieben, Mädels!“, sagt er dann gedehnt,
seine neue Quarzuhr zeigt und lässig gähnt.
Mit geckenhafter Geste zieht er einen durch,
den mit dem gold’nen Mundstück, den braunen Discolurch.
Die grüne Sonnenbrillo trägt er im Gesicht,
der Fall wird immer klarer, ich mag ihn nicht!
(„Der Fall ist klar, der Wicht bringt’s nicht!“)

(C) EAV

Uschi, du kleines Vorstadtmädchen!
Lauter kleine Blumenbeetchen
rund ums traute Elternhaus
hältst Du nicht mehr länger aus,
die Energien gehn Dir langsam aus.

Alle Deine Lieblingspopstarposter,
Deine Kleider und den Toaster,
packst Du in den Koffer ein.
Läßt die Mutti einfach schrein,
und Du ziehst in die Stadt hinein.

Uschi wohnt jetzt mitten in der City,
denn dort ist das Leben pretty,
und man ist ganz vorn dabei.
Uschi fühlt sich erstmals frei,
und sie plant ihr Leben neu.

Ja, sie liebt die Modeatmosphäre.
Trotz der Arbeitsplatzmisere,
hat die kleine Uschi Glück.
Und sie findet ihn so schick –
ihren Job in der Schuhboutique.

„Ich bin die Uschi, die Uschi im Glück,
immer nur vorwärts, nie zurück.
Vom großen Kuchen will ich ein Stück versuchen.
Denn nur, wer sich dranhält – dem gehört die Welt!“

Dann kam er, der Bursche namens Schorschi,
und er fuhr auch einen Porsche.
Ihn umgab das Money-Flair.
Uschi war jetzt plötzlich wer,
deshalb liebte sie ihn so sehr.

Spürt sie dann den Schorsch in ihren Lenden,
träumt sie von den Palmenstränden
und vom Glanz der großen Welt.
Das ist es, was wirklich zählt,
so hat sie sich’s vorgestellt!

Doch er meint: „Tja, meine liebe Uschi,
ich steh zwar auf deine Muschi,
doch auch auf Flexibilität.
Eine kommt und eine geht,
Bussi, es war wirklich nett!“

Dieser Vorfall hat sie sehr verbittert,
es kommt vor, daß Uschi zittert,
wenn sie einen Porsche sieht,
ihre Jet-Set Hoffnung flieht.
Aber troztdem singt sie noch immer das Lied:

„Ich bin die Uschi, die Uschi im Glück,
immer nur vorwärts, nie zurück!
Vom großen Kuchen will ich ein Stück versuchen,
Denn nur, wer sich dranhält, dem gehört die Welt!“

Jeden Tag ins Geschäft zu laufen,
um dort Schuhe zu verkaufen,
ist auch nicht der Hochgenuß.
Ewig feuchter Kundenfuß,
da kriegt man den Anzipf-Blues.

Uschi hat sich alles anders vorgestellt,
denn sie glaubt an eine Scheinwelt
nur aus Glanz und Sonnenschein.
Sie will nicht „Frau Niemand“ sein!
Das fällt ihr gar nicht ein!

Abends schmückt sie sich mit ihrer Stola,
geht dann auf ein Whisky-Cola
in die Disko „Tausend-Volt“,
wo es aus den Boxen soult,
bis man sie zum Tanze holt.

So lernt sie, nicht nötig zu erwähnen,
ziemlich viele Betten kennen,
doch das ist ihr einerlei.
Einmal ist wieder ein Schorschi dabei
mit einem Porsche, der bleibt ihr treu.

(C) EAV
One, two, three, four…

Es ist wieder Wochenende,
und es kommt die große Wende.
Uschi klappt den Beauty auf,
legt sich dick die Schminke drauf.

Und zur Disco geht’s im Laufschritt,
es ist Zeit für Uschi’s Auftritt.
Alle Ampeln stehn auf Grün:
Uschi ist jetzt Königin.

Disco, Disco Queen!
Disco, Disco Queen!
Disco, Disco Queen!
Disco, Disco Queen!

Nur um auch dabei zu sein,
kaufst du dich in die Clique ein,
mit dem geil sterilen Lächeln,
wonach die Disco Dillos hecheln.

Und die Kälte der Gefühle
wird nur mühsam aufgewärmt
durch den neuen Disco-Disco,
der da aus den Boxen lärmt.

Disco Queen, Boogie-Machine,
sag worin liegt da der Sinn?
Und vor lauter Marionetten
wird die Show hier vorgeführt,
als hätt‘ keiner eine Meinung,
es sind alle programmiert.

Du zeigst dieser Durchhängszene
deine strahlend weißen Zähne.
Vorsichtig am Glas zu nippen,
schont das Glanzlicht deiner Lippen.

Disco Queen, Boogie-Machine,
sag‘, worin liegt da der Sinn?
Und vor lauter Marionetten
wird die Show hier vorgeführ,
als hätt‘ keiner eine Meinung,
es sind alle programmiert.

(Schlagzeugsolo)

Wer betritt den Lähmungssilo?
Schau, schau, der Disco Dillo!
Und du merkst es auf der Stelle:
Ihr seid auf der gleichen Welle.

Uschis Märchen geht zu Ende,
reicht euch eure kalten Hände.
Und bei hunderttausend Watt
findet eure Hochzeit statt.

Alle Songs: Text: Thomas Spitzer / Musik: Nino Holm, Thomas Spitzer
ausser: „GTX de luxe GS“ und „Uschi“: Text: Thomas Spitzer / Musik: Nino Holm;
„Umberto e Sophia“ und „Disco-Dillo“: Text und Musik: Thomas Spitzer;
„Disco Queen;: Text: Thomas Spitzer / Musik: Wilfried Scheutz

Die Musiker:
Thomas Spitzer – Gitarre, Gesang, Text, Musik
Nino Holm – Tasteninstrumente, Gesang, Musik
Wilfried Scheutz – Hauptgesang, Musik
Eik Breit – Bass, Gesang, Mundharmonika
Anders Stenmo – Schlagzeug, Percussion
Walter „DOC“ Hammerl – Darstellung, Gesundheit
Marina Tatic – 140-60-94

Ferner wirkten mit:
Gabi Aigner – Kostümbildnerin
Günter Schönberger
Sonja – Glockenspiel
Günter Heinemann
Petzi Chlubna
Kurt Rendl – Fotos
Marlies Breier
Hugo (Gösser)