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LP/CD/MC „Café Passé“

Von der LP „Café Passé“ gibt es mehrere Auflagen, die sich in der Adresse der Plattenfirma „Mood Records“ auf der Coverrückseite, der Bestellnummer und diversen anderen Aufdrucken unterscheiden. Folgende Versionen sind bekannt:

LP „Café Passé“ (Mood Records 24600)
–> auf der Rückseite mit dem Aufdruck „Bebelstraße“

LP „Café Passé“ (Mood Records 24600/28622)
–> auf der Rückseite mit dem Aufdruck „Augustenstraße“
–> Hülle hat die Best.-Nr. 28622, das LP-Label 24600

LP „Café Passé“ (Mood Records 28622)
–> auf der Rückseite mit dem Aufdruck „Landhausstraße“

LP „Café Passé“ (Mood Records 28622)
–> auf der Rückseite mit den Aufdrucken „Landhausstraße“ und „Mood 23“

Die LP mit dem Aufdruck „Bebelstraße“ gibt es auch mit dem Aufdruck „Promotion-Exemplar“. Ausserdem wurde ein Teil der Auflage zu Werbezwecken mit einem vierseitigem Promo-Heft ausgegeben. 1993 wurde das inzwischen vergriffene Album von der Plattenfirma EMI auf CD und MC (Ding Dong / EMI Austria 9592022/4) neu veröffentlicht. Die erste Auflage der CD ist an einem Fehldruck des Rückcovers zu erkennen: Die Titel sind falsch durchnummeriert. Die Texte des zweiten Albums der EAV findet ihr hier:

Sohn, wo bist du?

Aus is es! Vorbei! Ich halt’s net mehr aus!
Das ist der Untergang!
Sohn, wo bist Du?! Kehre um!
Du wirst stürzen in den Abgrund!

Rumpeldipump – weg ist der Lump.

Was ist das für eine Jugend?
Bargeldlos und ohne Tugend!
Revolution! Freie Liebe! Terror!
Anarchie! Rauschgift!

Monsieur-Dame! Alarm!

Diese jungen Scheißer,
Ignoranten der Weltgeschichte!
Undankbare Brut, euch geht es zu gut!
Au Weh, Röchel. Lall! Ein Herzanfall!

Sohn, wo bist Du? Kehre um!
Du wirst stürzen in den Abgrund!
Ahhhhhhh!

Im Café Passé nur Gespräch

Im Sommer 53

Im Sommer 53,
es blühte der Jasmin,
du Reich der Tausend Jahre,
wie schnell gingst Du dahin!

Ein Städtchen leckt sich die Wunden
im Schoße der Donauauen,
von emsigem Wollen besessen,
eine Brücke zur Zukunft zu bau’n.

Unversehrt steht ein Kirchlein
im Herzen der braven Stadt.
Zum Danke läuten die Glocken,
weil Gott sie verschonet hat.

Knickerbocker-Rock

Heut ist Samstag und ich werf mich in den Farmer-Frack,
und ich fahr mit meinem Baby im Gelände-Cadillac.
Mit dem Traktor in die Almbar, die is übervoll,
weil das ist die Metropole des alpinen Rock’n Roll.

I bin kurze Zeit danach in der Fett’n wie ein Bär,
und mein Tanzverhalten wird zunehmend revolutionär.
Etwas unkonventionell mit fuffzehn Bier in mir
zelebrier ich meine Rockshow wie ein wildes Tier.

Come on. Come on, D-D-D-Do the Rock’n’Roll
immer locker in der Knickerbocker über Berg und Tal.
Kaner waaß genau wohin, warum, wieso.
Niemand frogt, olles rockt: Go, man, go!
Come on. Come on, D-D-D-Do the Rock’n’Roll
immer locker in der Knickerbocker über Berg und Tal.
So gellt der wilde Urschrei meiner Generation
neunzehnhundertfünzig aus der Alpenregion!

Yeah, ich pflüge durch die Massen, ich bin gnadenlos.
In der Rock’n’Roll-Tanzarena da bin ich der große Boss!
Es schrein die Ignoranten und die Skeptiker:
Einen Arzt, da ist ein Epileptiker!

Aus der Musikbox daneben dröhnt soeben Johnny B. Good,
und da greift ein so ein Trottl meiner Moni auf den Tutt.
Und schon schluckt er seine Zähnd. Ich kenne kein Pardon.
Ich bin das Ventil der hochalpinen Aggression!

Come on. Come on, D-D-D-Do the Rock’n’Roll
immer locker in der Knickerbocker über Berg und Tal.
Kaner waaß genau wohin, warum, wieso.
Niemand frogt, olles rockt: Go, man, go!
Come on. Come on, D-D-D-Do the Rock’n’Roll
immer locker in der Knickerbocker über Berg und Tal.
So gellt der wilde Urschrei meiner Generation
neunzehnhundertfünzig aus der Alpenregion!

Als ich dann im WC vor der Muschel stand,
steht der Sepp neben mir, bekannt als Tschecherant.
Ich sage: „Hey man, do what you ever want to do.
But don’t lulu on my Gummischuh!“

Lulu und my Gu-Gu-Gummischuh…
Lulu und my Gu-Gu-Gummischuh…

Ich kaufte meinem Baby einen Zwiebelring,
worauf sie vor Freude gleich zu weinen anfing.
I said: Zwieb-Zwieb-Zwiebelring
I said: Zwieb-Zwieb-Zwiebelring…

Oh, nur du

Vorigen Freitag, da ging ich
statt zur Schule ins Kino (ins Kino…).
„Jenseits von Eden“ mit James Dean
zur Popcorn-Movie-Show.

Und als ich aus dem Kino kam,
da hab ich sie geseh’n (sie geseh’n).
Vor einem Kaugummiautomat,
da war es um mich gescheh’n!

Only you, Du sweet little sixteen!
Oh nur Du, Du kleine Sugarqueen!
Oh nur Du mit Deinem semmelblonden Haar,
so mache meine Träume endlich wahr!

Hoi!

Oh Du mein Honeybaby!
Jeden Tag, wenn ich in der Schule sitze,
denke ich nur an Dich, an den zarten Duft deiner Pickelcreme,
der Dich stets umgibt, und dann träum‘ ich,
ich wär‘ Elvis Presley oder so, oder wenigstens Peter Kraus.
Und unter meiner Fanpost wär‘ ein Liebesbrief von dir.
Ich will nicht mehr länger alleine zu Hause…
na, du weißt schon – ich will ein Mann sein.
Ich liebe dich!

Ich geh noch zur Schule und habe keine Zeit!

O-O-Only you, Du sweet little sixteen.
Oh nur Du, wie schnell gingst Du dahin!
Oh nur Du, Du Traum im Meer der Illusion.
Du Schicksal meiner Generation.

Im Café Passé nur Gespräch

Aberakadabera

Ins Eckcafe zum roten Kern
kamen sie 1968 gern,
die Strategen der Theorie
mit dem Marxismus im linken Knie.

Die Herrn Studiosi, die Progressiven,
die dialektisch nach den Bieren riefen,
beschlossen so manches Manifest
und hielten sich an der Pfeife fest.

Aberrakadabera, Aberakadabera,
drei bebrillte Habarer! Sie protestier’n, es raucht das Hirn,
es wächst der Bart beim Diskutier’n.
Aberrakadabera, Aberakadabera,
Magister der Palaverer!
Der Arsch ist weich, das Antlitz bleich,
Klassenkampf in Österreich!

Die Elite, die intellektuelle,
wirft sich heute wieder in die Welle.
Soeben hat Fritz mit den zwanzig Dioptrien
nur aus Verseh’n „Heil Lenin“ geschriehn.

Staubmantel-Bruno mit den Tennisschuh’n,
er ist ein versierter Rhetorik-Tycoon.
Er kämpft an der Theke, wo er den Wirt
um ein Freibier anagitiert.

Aberrakadabera, Aberakadabera,
drei bebrillte Habarer!
Sie protestier’n, es raucht das Hirn,
es wächst der Bart beim Diskutier’n.
Aberrakadabera, Aberakadabera,
Magister der Palaverer!
Der Arsch ist weich, das Antlitz bleich,
Klassenkampf in Österreich!

Barrikaden-Horst als Salon-Marxist,
er weiß natürlich, was zu ändern ist.
„Es muß was gescheh’n!“, lallt er in seinem Dampf,
„So wär nur der Kampf nicht so ein Krampf!“

Der Hemmschuh der Revolte
saß da und alko-holte
mit angelauf’nen Brillen
sich geistig einen runter
und er sang mitunter
im trunkenen Chorale
die Internationale!

„Völker hört sie Signale,
auf zum letzten Gefecht…“

Ins Eckcafe zum Grünen Kern
kommen 1980 dieselben Herrn.
Gesetzt und etwas molliger,
die Liberal-koholiker.

Aberrakadabera, Aberakadabera,
drei bebrillte Habarer!
Sie protestier’n, es raucht das Hirn,
es wächst der Bart beim Diskutier’n.
Aberrakadabera, Aberakadabera,
Magister der Palaverer!
Der Arsch ist weich, das Antlitz bleich,
Klassenkampf in Österreich!

Woodstock

Die Götter der Musik und der starken Lieder,
sie riefen zum letzten Abendmahl.
Auf die Jünger von Woodstock schwebten sie hernieder,
auf die Jünger in abergroßer Zahl.

Die Massen, sie knieten vor dem Bühnenaltar
und vernahmen die Botschaft, die da hieß:
Habt Sonne im Herzen und Blumen im Haar,
mit Love und Peace ist uns der Sieg gewiss!

Die Helden von Woodstock, die haben sich geirrt
beim Festival der Nostalgie.

Die 1000-Watt-Rebellen zelebrier’n im Lichterschein,
wie der Aufstand zur Legende wird.
Sie packen ihren Zorn still und behutsam ein,
weil jetzt der Prinz von Zinseszins regiert.

Die Jünger von damals resignier’n im Kollektiv
ob der Früchte der Revolution.
Der Psychedelic-Freak gibt sich meditativ
und hebt den fetten Guru auf den Thron.

Die Helden von Woodstock, die haben sich geirrt
und zu Tode etabliert.

Ihr Götter, ihr Götter, warum habt ihr mich verlassen?
Hinein mit dem Kopf in den Blumentopf, ich kann es kaum fassen!
Der Flower-Power-Nektar schmeckt so ranzig und sauer!
Freedom, Shalom, Love and Peace, ich bin in tiefer Trauer!
Oh yeah, ob eurer kurzen Dauer.

Im Café Passé nur Gespräch

Wir marschieren

Habt acht: Debilgestanden!
Links, zwo, drei, vier…

Wir marschiern, wir marschiern,
es vertrocknet unser Hirn,
vorwärts marsch, Delirium,
dumm im Kreis herum!

Wir pariern, funktioniern,
Arschloch zsamm beim Salutiern.
Ritterkreuz, Gedächtnisschwund,
Kameradschaftsbund.

Lolololololololo…

Hauptmann Kasinowitsch, Kompanie gefechtsmäßig angelötet!
Zum Abtreten angetreten!

Wir marschiern, wir marschiern,
es vertrocknet unser Hirn,
vorwärts marsch Delirium,
dumm im Kreis herum!

Wehrmann Willig tut trainiern,
unterm Leintuch onanieren,
links, zwo, drei, vier, Russenmaid,
mach die Beine breit!

Vor der Kaserne kniete ein Major,
unter der Laterne holte er ihn hervor,
im Hof konnt‘ er die Soldaten sehn,
es fährt ihm ins Mark so wunderschön,
wie einst Lili Marleen, wie einst Lili Marleen!

Wir marschiern, wir marschiern,
es vertrocknet unser Hirn,
vorwärts marsch, Delirium,
dumm im Kreis herum!

Gastarbeiter, Kommunist,
glücklich ist, wer keiner ist,
Parasit, Transvestit,
Kosmopo-Polit!

Lolololololololo…

Bitte, gebt mir kein Gewehr,
denn sonst gibt es ein Malheur.
Denn die Feinde, die ich mein‘,
die beherrschen auf fetten Ärschen
in Zivil die eignen Reih’n!

Bitte, gebt mir kein Gewehr,
denn sonst gibt es ein Malheur.
Denn die Feinde, die ich mein‘,
die beherrschen auf fetten Ärschen
in Zivil die eignen Reih’n!

Lolololololololo…

Alpenpunk

Kennst Du die Kerle, die Kerle Tirols?
Die Skilehrer, die kennst Du wohl!
Und von den Bergen, so lieblich und schön,
im Winter dann die Lawinen talwärts gehn,
ja, das ist Kufstein am grünen Inn!

Hollarediri…bei uns im Tirol!

Kennst Du die Zwerge, die Zwerge Tirols,
sie zupfen am Euter bis der Eimer voll.
Und auch bei jeder Urlauberin
wollen sie zupfen, das ist ihr Lebenssinn,
ja, das ist Kufstein am grünen Inn!

Im Café Passé nur Gespräch

Rasta Disasta-Reggae

I stand up for my right,
I wanna smoke my pipe,
world would be a paradise,
legalize it, legalize!

I’m coming from Jamaica,
this land I really like – a.
I’m the greatest musicclown
from old Kingston-Town.

But now I’m jetzt in Europ – a.
My head is full with dope – a.
I make mir Zöpfchen in my Haar
und look like a Rastafa.

Reggae, Reggae!

If you are a Rasta-Man,
you can make a lot of Zaster then.
You climb the charts up easily
with this simple philosophy:

I wanna, I wanna smoke Marihuana,
oh oh oh oh oh oh!
I wanna, I wanna smoke Marihuana,
oh oh oh oh oh oh!

Now I’m a little Rastafa
with a lot of Knotel in my Haar.
Ob Dope oder Jamaica Rum,
I wanna be in Delirium.

Now I’ve to tell you and it is true,
to smoke is what we have to do,
oh for a world in harmony,
that’s my philosophy.

I wanna, I wanna smoke Marihuana,
oh oh oh oh oh oh!
I wanna, I wanna smoke Marihuana,
oh oh oh oh oh oh!

And now, listen people,
I’ve something to tell you.
Maybe there are problems in this world,
war, rassism, and I…I don’t know.
Maybe it’s a bad world.
But I don’t want to see it.
Oh no, no, no, no!
All we have to do is to smoke,
yeah, to smoke, and you
kick your troubles away like a coconut.
Yeah, you see, it’s easy!
And now, you buy my new record
and sing this little song with me.
Okay, come on all.
With this beautiful Reggae-Melody
and this stupid philosophy,
yeah, and it goes like this, huh, come on!

I wanna, I wanna smoke Marihuana,
oh oh oh oh oh oh!
I wanna, I wanna smoke Marihuana,
oh oh oh oh oh oh!

Im Café Passé nur Gespräch

Vienna

Wien, Du bist ein Sanatorium,
da tanzen die Kranken im Kreißsaal herum.
Der Oberarzt ist ein Geschichtebuch,
umgeben von süßem Modergeruch.

Und wenn der Patient mit dem Selbstmitleid ringt,
vom Stefansturm die Glocke erklingt.
Als Schrittmacher für’s gold’ne Wienerherz
im Jugendstilrhythmus friedhofwärts.

Wien, Du Wunder der Medizin,
exotisch und seltsam sind die Therapien.
Dein Selbstbewußtsein wird stabilisiert,
indem man das Mark der Monarchie injiziert!

Die Kulturheilkunde hat viele Facetten,
gegen geistige Blähungen gibt es Operetten.
Das Opernballgeschwür wird nicht operiert,
sondern einmal jährlich neu inszeniert.

Vienna, Vienna, nur Du allein,
jetzt gemma, jetzt gemma ins Altersheim!
Vienna, Vienna nur Du allein,
jetzt gemma ins Altersheim, ins Altersheim!

Der Hausvirus Wiens heißt „hoffnungslos“,
die Anzahl der Infizierten ist groß.
Den Seelenkrampf dieser Glücksversehrten
löst nur der Wein in den Heurigengärten.

Wien, Du Mutter großer Ideen,
liegst im Wochenbett in den Dauerwehen.
Im fruchtbaren Schoß sich die Pläne vermehren,
es fällt Dir schwer, Taten zu gehären.

Vienna, Vienna, nur Du allein,
jetzt gemma, jetzt gemma ins Altersheim!
Vienna, Vienna nur Du allein,
jetzt gemma ins Altersheim, ins Altersheim!

Wien, Du bist eine Märchenstadt,
die sich selber verzaubert hat.
Die im Dornröschenschlaf ganz vergisst,
daß kein Kronprinz kommt, der Dich küsst.

Wien, Wien, nur du allein nur Musik

Alle Songs: Text & Musik: Thomas Spitzer
außer: „Aberakadabera“: Text: Thomas Spitzer / Musik: Gert Steinbäcker;
„Vienna“: Text: Thomas Spitzer / Musik: Thomas Spitzer, Gert Steinbäcker

Die Musiker:
Thomas Spitzer – Gitarren, Chor
Nino Holm – Tasteninstrumente, Bass, Chor
Gert Steinbäcker – Gesang
Eik Breit – Bass, Gesang, Chor
Anders Stenmo – Schlagzeug
Walter Hammerl – Ober Franz, Gesang, Chor

Ferner wirkten mit:
Fred Tezzele – Tontechnik
Frieder Grindler – Cover & Design
Thomas Drasdauskes – Photographie
Günther Timischl
Günter Schönberger
Gottfried Neumeister
St. Mareiner Blasmusik

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